Besucherschule von Bazon Brock
Eigens für die Ausstellung SECHZIG JAHRE. SECHZIG WERKE hat Bazon Brock, Professor für Kunst und Ästhetik an der Universität Wuppertal und „Künstler ohne Werk“, täglich eine Besucherschule durchgeführt. Brock hatte dieses kunstpädagogische Medium in den 60er Jahren entwickelt und verschiedentlich auf der Documenta und an anderen Orten erprobt. Neben einer Erläuterung der Werke haben die gemeinsamen Rundgänge ein besonderes Augenmerk auf zeitgeschichtliche und gesellschaftliche Einflüsse gelegt.
Über sein Anliegen sagt Bazon Brock:
„Wieso glaubt man, in wenigen Minuten Blickkontakt, in einer einzigen Theateraufführung und beim bemühtesten, aber nur stundenweisen Lesen vielschichtigster Texte den Anforderungen der Werke gewachsen sein zu können? Wo lernen wir als Publikum, dem Komponistenwerk, der Skulptur oder Malerei, dem Epos gerecht zu werden?
Längst ist es an der Zeit, das Publikum genauso zu professionalisieren, wie wir das bisher an den Kunsthochschulen aller Sparten den Künstlern abverlangten!
Wo Künstler Lehrjahre, Diplome und Staatsexamen ablegen, haben die Zuschauer, die Zuhörer, die Betrachter ihrer Werke wohl ähnliche Fähigkeiten auszubilden. Wo lernt man Diplom-Rezipient zu werden?“
Die Rundgänge fanden täglich um 15 Uhr statt. Die Besucherschule war kostenlos, es musste lediglich der Eintrittspreis entrichtet werden. Die Teilnahme war auf 30 Personen beschränkt.
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